Nach Berlin und N?rnberg folgt jetzt auch Stuttgart mit einem kleinen Eisb?r.
Ein lang gehegter Traum der Wilhelma wurde wahr: Ein junger Eisb?r w?chst bei seiner Mutter auf! Bei der Geburt am 10. Dezember vergangenen Jahres war „Wilb?r“ blind, taub, fast nackt und kaum gr???er als ein Meerschweinchen. Wie in der Natur gab es wochenlang nichts anderes als sch?tzendes D?mmerlicht und von Mutter „Corinna“ W?rme, Milch und beruhigendes Gebrummel. Nur ein Kameraauge wachte ?ber die kleine Eisb?renfamilie – selbst die Pfleger
blieben au?er vor. Und um „Corinna“ jeglichen Trubel zu ersparen, durfte niemand von dem B?rchen wissen – Mutter Eisb?r sollte sich jederzeit sicher f?hlen in ihrer Wurfbox.
Foto und Pressemitteilung “Wilb?r” © Wilhelma Stuttgart
Jeder Tag
ungest??rter Mutter-Kind-Bindung lie? die Hoffnung wachsen, es k??nnte diesmal gut gehen, das
kr?ftige Qu?ken des Kleinen war jedenfalls ein gutes Zeichen f?r seine Fitness. Erst nach Wochen
lie?en sich die Pfleger bei „Corinna“ wieder blicken und erf?llten ihre W?nsche bez?glich
Verpflegung und Kehrwoche – zu dem Zeitpunkt trug „Wilb?r“ bereits ein flauschiges
Babyfell und robbte flei?ig in der Wurfbox herum. Mutter dient nun nebenbei auch noch als
Kletterger?st – all das trainiert die Muskeln f?r das Verlassen der Wurfbox. „Corinna“ passt
sehr gut auf ihr S??hnchen auf, aber der erste Ausflug ins Freie wird wohl erst im Mai stattfinden.
Da Eisb?ren in den ersten Monaten nicht kaltwassertauglich sind und es auf der Eisb?renanlage
der Wilhelma kein Kinderplanschbecken gibt, gilt es, das Risiko so gering wie m??glich zu halten.
Um den Besuchern aber trotzdem einen Blick auf „Corinna“ und „Wilb?r“ zu erm??glichen,
ist im Haus der Biber und Otter ein Monitor montiert, der Bilder aus der Wurfbox liefert. Dass
„Wilb?r“ ein Junge ist, wissen die Verantwortlichen in der Wilhelma ?brigens erst seit dem
ersten Impftermin des kleinen Eisb?ren, dessen Name eine Kombination aus Wilhelma und
Eisb?r ist und zudem noch einen kleinen Hinweis auf den Altdirektor Wilbert Neugebauer enth?lt,
zu dessen aktiver Zeit die B?renanlage geplant wurde. Weitere Informationen k??nnen ab
Freitag, den 29.02. ?ber die homepage www.wilhelma.de abgerufen werden. Und schlussendlich
k??nnte man ja auch Papa „Anton“ den einen oder anderen Blick g??nnen – er hat b?rentypisch
mit dem Familienleben nichts am Hut und tummelt sich in gewohnter Weise auf seiner Au?enanlage.
Mehr ?ber Wilb?r auf www.wilhelma.de
Eine pelzige ?berraschung
?berraschungs-Eier m?ssen nicht au?en braun und innen wei? sein – au?en wei? und pl?schig
geht auch! Warum aber hat die Wilhelma so lange gewartet, bis sie Corinnas s??es Geheimnis
??ffentlich gemacht hat?
Es haben schon immer mehrere Wege nach Rom gef?hrt, aber seit Knut sind f?r die Wilhelma
manche dieser Wege steinig bis unpassierbar. Der geballte Medienrummel nimmt den Zoologen
das Heft aus der Hand, r?ckt den Tieren bis in ihren letzten R?ckzugsbereich auf die Pelle
und l?sst ein ungest??rtes Mutter(bzw. Ersatzmutter)-Kind-Verh?ltnis kaum mehr zu. Es mag
unpopul?r sein und vielleicht wenig gesch?ftst?chtig erscheinen, aber wir stellen die Interessen
des Tieres ?ber das scheinbare Recht auf maximale Information. Da eine ?berwachung der
Eisb?renanlage rund um die Uhr nicht realisierbar war, entschloss man sich in der Wilhelma,
den kleinen Eisb?ren zum Wohle zwar nicht aller, aber der wichtigen Beteiligten, so lange geheim
zu halten, bis halbwegs sicher war, dass er tats?chlich bei seiner Mutter aufwachsen kann.
„Corinna“ zieht erstmals ein Jungtier auf, daher war und ist es f?r uns besonders wichtig, jegliche
Beunruhigung von ihr fernzuhalten. Auch das Fernseh-Team von „Eisb?r, Affe & Co, das
von September bis Februar in der Wilhelma t?tig war, hat nichts von der Geburt erfahren.
Es bleibt oberstes Ziel, dass „Corinna“ ihr B?rchen weiterhin in aller Ruhe aufziehen kann –
Bilder aus dem Kinderzimmer wird es nur von der ?berwachungskamera und von gelegentlichen
Kameraeins?tzen der Pfleger im Rahmen der routinem??igen Reinigungen und F?tterungen
geben. Diese Bilder stellen wir dann ?ber unseren Presseverteiler oder ab Freitag, den
29.02. ?ber unsere homepage www.wilhelma.de gerne allen Interessierten zur Verf?gung. Der
SWR wird „Wilb?r“ ?ber sein erstes Lebensjahr begleiten – ?ber ein Link auf die homepage des
SWR kann man sich dort ?ber weitere Fernsehbeitr?ge informieren. Im Haus der Biber und
Otter neben den Eisb?ren werden die Besucher Bilder und Filmsequenzen aus der Kinderstube
auf einem Monitor beobachten k??nnen. F?r die Eisb?rin aber soll alles so normal wie gewohnt
bleiben – fremde Personen haben in ihrem Revier nichts zu suchen. „Corinna“ und „Wilb?r“
haben die ersten 10 Wochen hervorragend gemeistert – bis die beiden aber das erste Mal die
Nase ins Freie stecken, wird es wohl Mai werden. Wann, das ist von der weiteren Entwicklung
des Jungtieres abh?ngig. Da wir keine Au?enanlage mit „Kinderplanschbecken“ haben, „Corinna“
aber in ihrer vertrauten Umgebung bleiben soll, werden wir abwarten, bis „Wilb?r“ ohne
zu gro?es Risiko baden gehen kann. Wir akzeptieren das – tun Sie es bitte auch!
In Deutschland leben zwar mittlerweile rund 80 Millionen Eisb?rexperten, die alle genau wissen,
was wann zu tun ist. Wir ziehen es dennoch vor, bei anstehenden Fragen Kollegen um Rat
zu fragen, die jahrzehntelange Erfahrung in der Haltung und Aufzucht von Eisb?ren haben. Wir
sind ?bergl?cklich, dass unser kleiner „Wilb?r“ bei seiner Mutter aufw?chst. Ein wenig gespannt
sind wir aber doch, ob ein solches gl?ckliches Ereignis Besucher und Medien ?berhaupt
noch interessiert, oder ob sich best?tigt, dass mittlerweile eine nat?rliche Aufzucht – also das
„Normale“- unbeachtet bleibt, solange Bilder von handaufgezogenen Tierkindern mit Milchfl?schchen
im Arm eines Pflegers die Medien beherrschen.
Aus der „Eisb?rpresse“:
„In wissenschaftlich geleiteten Zoos werden F?r und Wider einer Handaufzucht sorgf?ltig abgewogen.
In der Wilhelma streben wir immer an, dass die Jungen vom Muttertier oder von den
Eltern gro?gezogen werden. Nur aus Marketinggr?nden eine Handaufzucht zu inszenieren,
halten wir f?r ethisch verwerflich. Deshalb lehnen wir das ab.“ Zitat Dr. Holtk??tter in Stuttgarter
Nachrichten, 12.04.07
Aus einem Interview mit Prof. Dr. Jauch: „Aber Sie sind trotzdem darauf vorbereitet, wenn die
Lovestory zwischen Anton und Corinna ein produktives Happy End findet? – Wir haben das
alles l?ngst durchgeplant. Der Eisb?rennachwuchs kann kommen. Hoffentlich ohne gro?e Aufregung.“
Stuttgarter Zeitung, 29.10.07
„Dass der Wilhelma nichts an einer Neuauflage des gro?en Knut-Wirbels liegt, ist bekannt. …
Au?erdem ist die Debatte nur noch auf das Jungtier fixiert – alle schauen auf den s??en kleinen
Eisb?r. Dabei verlieren sie das Muttertier v??llig aus den Augen. Experten argumentieren, dass
die M?tter traumatisiert werden, wenn man ihnen den Nachwuchs wegnimmt. Uns liegen in der
Wilhelma auch die erwachsenen Tiere am Herzen, mit denen wir langfristig eine Zucht aufbauen
wollen.“ Zitat Dr. Rademacher in Stuttgarter Zeitung, 09.01.08
„Die Wilhelma verfahre bei all ihren Tierarten nach dem Grundsatz, dass Jungtiere im Idealfall
von ihren Eltern gro?gezogen werden. Das gelte f?r Eisb?ren wie f?r Raubkatzen.“ Stuttgarter
Nachrichten, 09.01.08
„Der regierende Oberb?rgermeister Ulrich Maly (SPD) hatte als Faschingsfestredner sein
N?rnberg damit hochgenommen, dass es nicht nur in der Lage gewesen sei, rechtzeitig zur
Fu?ball-WM den ber?hmtesten Brunnen der Stadt zu verh?llen, sondern leider auch f?hig, die
putzigsten Eisb?renbabys nicht zu zeigen.“ Stuttgarter Zeitung, 10.01.08
„F?r viele Tierm?tter ist eine optimale Geborgenheit f?r normales Aufzuchtsverhalten unerl?sslich.
Exposition kann hier t??dlich sein. Es ist mit diesem Wissen im Kopf geradezu grotesk,
dass Zoos mittlerweile dazu ?bergegangen sind, Geburten von Elefanten oder Eisb?renbabys
bereits w?hrend der Schwangerschaft anzuk?ndigen. Einfach weil wegen des dadurch entfachten
Medieninteresses – und das wird nach dem Ereignis Knut bestimmt nicht geringer – von
Geborgenheit und der damit verbundenen Ruhe sicher nicht mehr die Rede sein kann. Ein einfaches
Rezept gegen die hausgemachte Unruhe besteht darin, Geburten schlicht nicht mehr
anzuk?ndigen, sondern abzuwarten, bis sich das Verh?ltnis von Mutter und Kind stabilisiert
hat. Das w?re aber schlecht f?r das Zoogesch?ft und noch schlechter f?r jene Reporter, die mit
ihren klickenden und surrenden Kameras in fast schon pornografisch zu nennender Schamlosigkeit
kleinen Elefanten und B?ren auf den Pelz r?cken und das als Tierliebe verkaufen.“
WELT, 14.01.08
Eisb?renhaltung in der Wilhelma
Die Anlage f?r B?ren– und Klettertiere wurde am 11.7.1991 er??ffnet. Die Eisb?ren haben eine
gro?e und eine kleine Au?enanlage zur Verf?gung sowie ein Innengehege mit drei holzverkleideten,
schallged?mmten Boxen, die video?berwacht werden k??nnen.
Die Eisb?ren der Wilhelma
„Anton“ wurde am 21.12.1989 im Zoo Karlsruhe geboren
(s. dazu auch das Kinderbuch „ Anton der Eisb?r“ Verlag Friedrichshaller Rundblick).
Im Alter von 8 Wochen traten bei „Anton“ Probleme mit den Hinterbeinen auf und er wurde
daher am 21.02.1990 von seiner Mutter getrennt. Er wurde behandelt und w?hrend dieser Zeit
f?r f?nf Wochen von Tierpflegern aufgezogen. Anfang M?rz 1990, „Anton“ war gerade drei
Monate alt, wurden gleich alte Jungtiere ebenfalls von ihren M?ttern getrennt und wuchsen nun
zusammen mit „Anton“ auf. „Anton“ und „Hallensia“ kamen dann in einem Alter von 10 Monaten
am 23.10.1990 zusammen aus dem Zoo Karlsruhe nach Stuttgart. Im November 1990
kam die Eisb?rin „Corinna“, geb. 20.12.1989 in Kopenhagen ,und 1993 die Eisb?rin „Larissa“
aus dem Zoo Rotterdam, dort geboren 5.12.1990, dazu. Beide B?rinnen sind Mutteraufzuchten.
Zuchtbem?hungen von 1994 – 2007
„Anton“ deckte zum ersten Mal im April 1993. Da die B?rinnen noch nicht geschlechtsreif
waren (Eisb?rinnen z?chten im Alter zwischen 5 und 20 Jahren) wurden „Corinna“ und „Hallensia“
zum ersten Mal im Winter 1994 in Wurfboxen abgetrennt. „Larissa“ wurde erstmals im
Winter 1995 der Wurfbereich zur Verf?gung gestellt. Bis heute wurden verschiedene Ma?nahmen
getroffen, um die Zuchtchancen zu verbessern. Die Eisb?rin „Larissa“, die sich mit
Eisb?rmann „Anton“ nie gut verstand, wurde 2003 nach Karlsruhe abgegeben, um den beiden
verbleibenden Weibchen mehr Platz zur Verf?gung stellen zu k??nnen. In den darauf folgenden
Jahren wurden die Eisb?rinnen „Corinna“ und „Hallensia“ ganz in Wurfboxen eingesperrt, ein
anderes Mal wurden ihnen zus?tzlich zu den Wurfboxen noch Innenst?lle zur Verf?gung gestellt,
Wurfboxen wurden mal dem einen, mal dem anderen Weibchen angeboten, „Anton“
wurde w?hrend der Wurfzeit im Winter ausquartiert. Trotz aller Bem?hungen: nur von „Corinna“
wissen wir, dass sie f?nf Mal Jungtiere geboren hat. Von diesen Jungtieren ?berlebte eines
9 Tage (2004). Vielleicht f?hlte Corinna sich in der Wurfh??hle nicht mehr sicher und hat daher
ihr Jungtier aufgefressen. Das Jungtier wurde kurz vor Silvester geboren und auf den Videoaufnahmen
war zu sehen, dass Corinna sehr unruhig auf die Silvesterknallerei reagiert hat. Da
das Jungtier aufgefressen wurde, ist die Todesursache aber unklar.
Alle anderen Jungtiere starben relativ kurz nach der Geburt. Bei einigen handelte es sich wahrscheinlich
um Fr?hgeburten.
Am 10.12.2007 abends wurde „Wilb?r“ geboren.
Ver?nderungen Eisb?r-Haltung 2007
Seit einigen Jahren wei? man, dass die Chance, Eisb?ren zu z?chten, bei paarweiser Haltung
deutlich gr???er ist als bei Haremshaltung. Bisher hatte nur „Corinna“ gez?chtet, wenn auch nie
aufgezogen. Schweren Herzens entschloss sich die Wilhelma daher, die Eisb?rin „Hallensia“,
die bisher in der Wilhelma nicht gez?chtet hatte, an einen anderen Zoo abzugeben. Diese Entscheidung
wurde auch dadurch erleichtert, dass „Hallensia“ und „Anton“ sich in den letzten
Jahren nicht mehr so gut verstanden wie in den Jahren zuvor. „Hallensia“ fehlte es im Gegensatz
zu „Corinna“ an Selbstbewusstsein im Umgang mit „Anton“, sie lie? sich zunehmend einsch?chtern.
Die Wilhelma suchte daher einen Platz in einem Zoo, in dem ein ruhiger und
freundlicher Eisb?rmann lebte. Dieser wurde im Zoo Wien gefunden.
Im Oktober 2007 reiste die Eisb?rin „Hallensia“ nach ?sterreich. Dadurch wurde es m??glich,
den beiden verbleibenden Eisb?ren „Anton“ und „Corinna“ jeweils sowohl eine eigene Au?enanlage
als auch einen eigenen Innenbereich zu geben. Die Eisb?rin „Corinna“ hat freien Zugang
zu einer gro?en, schallged?mmten Wurfbox mit Vorraum, zu dem Umsperrgang und vier
Innenst?llen, in einem davon steht eine zus?tzliche Wurfbox. Auf diese Weise l?sst sich die
Abgeschiedenheit und St??rungsfreiheit simulieren, die f?r Wurfgebiete im nat?rlichen Lebensraum
typisch und f?r eine erfolgreiche Aufzucht essentiell ist. Alle Gehege sind mit Stroh eingestreut
und z T Kamera?berwacht. Die Verbindungsschieber bzw. T?ren zwischen dem Innengehege
der Eisb?rin und „Anton“ wurden mit D?mmplatten abgedichtet, zus?tzlich alle
T?ren zum Innenhof der B?renanlage.
Am 22.10.2007, also 6 Wochen vor der Geburt, wurden „Corinna“ und „Anton“ getrennt. „Corinna“
wurde sofort deutlich ruhiger, fra? weniger und schlief viel. Der Schieber zur Au?enanlage
blieb ge??ffnet, da „Corinna“ sehr nerv??s auf geschlossene Schieber reagieren kann.
Ab 23.11. 2007 wurden im Innenstall alle Dachluken abgedunkelt. Die Pfleger gingen bis zum
Tag der Geburt in das Innengehege, um „Corinna“ zu f?ttern. Anfang Dezember wurde der
Eisb?r-Innenstall vor?bergehend geschlossen und die Pfleger stellten versuchsweise das F?ttern
ein. „Corinna“ reagierte darauf mit st?ndigem Hin- und Herlaufen. Der Eisb?r-Innenstall wurde
ge??ffnet und es wurde wieder t?glich gef?ttert.
Nach der Geburt wurde der Innenstall geschlossen und die F?tterung eingestellt. Der Schieber
zur Au?enanlage blieb zun?chst ge??ffnet. Die Innenanlage wurde die ersten 2 Wochen gar
nicht betreten und in den darauf folgenden Wochen nur zwei mal ganz kurz zur Kontrolle der
Selbsttr?nken bzw. um den Schieber zur Au?enanlage zu schlie?en. Als das Jungtier 14 Tage
alt war, wurde der Schieber geschlossen, da „Corinna“ anfing, das Jungtier hin und her zu tragen.
Es bestand die Gefahr, dass „Corinna“ „Wilb?r“ auf die Au?enanlage trug.
Jungtiersterblichkeit in den Zoos
Eisb?rm?tter m?ssen sowohl im Zoo als auch in der freien Wildbahn wie andere Tier auch, erst
einmal Erfahrungen sammeln. Die ersten Jungtiere ?berleben h?ufig nicht, weil das Muttertier
nicht wei?, wie es mit den Jungtieren umgehen soll.
Weitere Gr?nde daf?r, dass (auch ?ltere und erfahrene) Muttertiere ihre Jungtiere vernachl?ssigen
oder gar fressen, k??nnen sein: Jungtiere sind nicht lebensf?hig, Mutter hat nicht gen?gend
Milch, Muttertier f?hlt sich nicht sicher in dem Wurfbereich, Muttertier wird gest??rt, bevor die
Mutter –Kind-Bindung gefestigt ist.
Nach Sch?tzungen sterben ca. 50% des Eisb?r- Nachwuchses im ersten Lebensjahr. Aus dem
Freiland gibt es ?hnliche Zahlen.
Die Hauptverluste liegen in den ersten 24 Stunden (etwa 30 %), insgesamt etwa 50 % aller gestorbenen
Jungtiere verenden innerhalb der ersten Woche. Eine gewisse H?ufung der Todesf?lle
gibt es dann noch mit etwa drei Wochen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Jungtiere aufwachsen, sinkt mit der Anzahl der Jungtiere je Wurf.
Bei Einlingsgeburten ?berlebten 46%, bei Zwillingsgeburten 30,6%, bei Drillingsgeburten
25,6%.
Ob die Mutter Wildfang oder zoo-geboren war, hat keinen Einfluss auf die Aufzuchtrate.
Das EEP f?r Eisb?ren wurde vor gut einem Jahr etabliert und bem?ht sich nun um die Auswertung
der Daten der letzten 30 Jahre Eisb?r-Haltung in den zoologischen G?rten. In der letzten
Zeit haben offensichtlich eine Reihe von Zoos historische Daten in die internationale Zoodatenbank
eingegeben. Das bedeutet f?r den EEP Koordinator f?r Eisb?ren, dass er nun eine
Menge an Daten ?berpr?fen und im Eisb?ren-Zuchtbuch nachtragen muss.
Aufzucht und Entwicklung des jungen Eisb?ren
In den ersten 6 Wochen lag die Mutter ca. 23 Stunden am Tag mit dem Jungtier und w?rmte es.
Sie lag auf einer K??rperseite, legte sich das Jungtier auf einen ihrer Oberarme und den anderen
Arm dar?ber. Au?erdem wurde noch der Hals zum W?rmen eingesetzt, indem sie sich das
Jungtier Richtung Kinn und dann den Kopf Richtung Brust schiebt. Junge Eisb?ren sind nicht
zur Thermoregulation in der Lage und m?ssen permanent gew?rmt werden. „Corinna“ stand
pro Tag lediglich ca: 30 Minuten auf, um sich die Beine zu vertreten, zu urinieren, zu trinken
und zu spielen.
Nach drei Wochen betrat der vertraute Pfleger zweimal jeweils w?hrend einer ihrer Aktivit?tsphasen
das Geb?ude, um die Selbsttr?nken zu kontrollieren. Beim zweiten Mal drohte „Corinna“
den Pfleger an.
Am 22.1. wurde „Corinna“ zum ersten Mal nach der Geburt gef?ttert. Die B?rin hatte sechs
Wochen keine Nahrung aufgenommen und die meiste Zeit des Tages liegend in der Wurfbox
verbracht. Dabei hatte sie von ihren Fettreserven gelebt. Am 20.1. wurde sie unruhig und lief
viel im Innenstallbereich umher. Das wurde als Suchverhalten interpretiert und es wurde beschlossen,
„Corinna“ am n?chsten Tag zu f?ttern.
Am 27.01. begann „Wilb?r“ sich fortzubewegen. Es war eine Mischung aus Robben, Laufen
und Schieben. Er konnte sich vorne hoch dr?cken, die Hinterbeine gaben aber noch h?ufig
nach. Er verlie? die Wurfbox und lag mit der Mutter in einem der Innenst?lle.
Seit dem 29.1. betraten 2 Pfleger gleichzeitig den Stallbereich. W?hrend ein Pfleger „Corinna“
f?tterte, konnte der andere Pfleger die Innenst?lle reinigen.
Am 4.2.08 wurde „Corinna“ zum ersten Mal von dem Jungtier kurz abgetrennt. Das Stroh in
der Wurfbox wurde ausgetauscht.
Das Jungtier schlief jetzt auch ??fter neben der Mutter.
Am 15.2.2008 wurde „Wilb?r“ kurz von der Mutter getrennt, gewogen (er wiegt 5,4 kg) , geimpft
und entwurmt. Seitdem wissen alle, dass es ein M?nnchen ist.






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